Service-Blueprint-Vorlage

Im Dienstleistungssektor ist der Wettbewerb hart, daher muss dein Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen regelmäßig bewerten, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.
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Service-Blueprint für Restaurants

Über die Service-Blueprint-Vorlage

Was ist ein Service-Blueprint?

Wenn du Kundinnen und Kunden eine Dienstleistung anbietest, ist es oft schwierig zu erkennen, welche Bereiche verbessert werden können oder welche Aspekte deines Angebots noch nicht gut funktionieren. Gezielte Eingriffe zum richtigen Zeitpunkt im Serviceprozess und klare Antworten auf zentrale Fragen können einen großen Unterschied für die Entwicklung deines Services und deines Unternehmens machen. Dienstleistungen sind vielschichtig und komplex – sie basieren auf dem Zusammenspiel zahlreicher Mitarbeitender und Technologien.
Per Definition ist ein Service-Blueprint ein Rahmenwerk, das die Beziehungen zwischen verschiedenen Servicebausteinen – Menschen, Prozessen und Hilfsmitteln (digitale und physische Touchpoints) – sichtbar macht, die direkt mit Kontaktpunkten in einer bestimmten Customer Journey verbunden sind. Ähnlich wie Customer-Journey-Maps sind Service-Blueprints besonders in komplexen Situationen mit vielen Serviceangeboten unverzichtbar.
Er dient dir als Struktur, um die Abläufe deines Services systematisch abzubilden. Wenn du Innovationen vorantreiben und wichtige Veränderungen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit umsetzen möchtest, musst du jeden Schritt und jeden Beteiligten – von den Kundinnen und Kunden bis zu externen Dienstleistern – visualisieren. So komplex der Service auch sein mag: Ein Service-Blueprint macht diese Aufgabe deutlich einfacher.

Vorteile eines Service-Blueprints

Das Erstellen eines Service-Blueprints ist ein kollaborativer Prozess, bei dem Stakeholder, unterschiedliche Teams und Mitarbeitende ihre Perspektiven einbringen und so eine gemeinsame „Single Source of Truth“ schaffen. Durch die Arbeit mit Service-Blueprints können Unternehmen:
  • Klarheit in einer oft unübersichtlichen Servicelandschaft schaffen
  • eine gemeinsame, verlässliche Informationsbasis aufbauen
  • Ziele erreichen und bereichsübergreifend ausrichten
  • sich auf konkrete Maßnahmen und Verbesserungen einigen
  • immaterielle Services besser sichtbar machen
  • Lücken und Verbesserungspotenziale in der Service Experience erkennen
  • Zusammenhänge zwischen den Elementen des Services aufdecken
  • Organisationen befähigen und motivieren, sinnvolle Veränderungen anzustoßen

    Wie erstellst du einen Service-Blueprint?

    G. Lynn Shostack stellte das Konzept des Service-Blueprints im Jahr 1984 in der Harvard Business Review vor. Bevor du lernst, wie du einen solchen Plan erstellst, solltest du seine Bausteine kennen. So verstehst du besser, wie das Diagramm aufgebaut ist. Die fünf wichtigsten Kategorien eines Service-Blueprints sind:
    • Physische Beweise. Das sind alle Elemente, mit denen Kundschaft und Mitarbeitende in Berührung kommen: zum Beispiel Standorte wie die Unternehmenswebsite oder ein Ladengeschäft, Beschilderungen, Benachrichtigungen, Belege oder Bestätigungs-E-Mails.
    • Kundenaktionen. Diese Kategorie beschreibt, was Kundinnen und Kunden tun, während sie den Service nutzen – etwa die Website besuchen, mit Mitarbeitenden sprechen, einen Kauf abschließen oder Bestellungen aufgeben und entgegennehmen.
    • Frontstage-Aktionen. Hier geht es um alles, was Kundinnen und Kunden sehen und mit wem sie interagieren. Dazu gehören etwa Mitarbeitende, die Kundschaft im Geschäft begrüßen, im Chat auf Anfragen antworten, E-Mails verschicken, Bestellungen aufnehmen oder Statusinformationen geben.
    • Backstage-Aktionen. Dazu zählen alle Vorbereitungen, Tätigkeiten und Aufgaben von Mitarbeitenden, die Kundinnen und Kunden nicht sehen, die aber den Service überhaupt erst ermöglichen – etwa Content-Autorinnen und -Autoren für Website und E-Mails oder Mitarbeitende, die Bestellungen verpacken.
    • Support-Prozesse. Hierzu gehören unterstützende Abläufe und Drittanbieter, zum Beispiel Logistik- und Lieferdienste, Zahlungs- oder Zustellsysteme.
    • Optionale Kategorien. Wenn du dein Diagramm detaillierter gestalten möchtest, kannst du zusätzlich Zeitangaben für die einzelnen Schritte, Erfolgskennzahlen zur Bewertung der Ziele oder die Emotionen der Kundschaft entlang des Prozesses festhalten.
    Grundsätzlich stellt ein Service-Blueprint die Kundschaft in den Mittelpunkt. Er visualisiert das Servicedesign und hilft Unternehmen so, ihre Geschäftsprozesse zu verfeinern und einprägsame, positive Kundenerlebnisse zu schaffen.
    Natürlich kann das Diagramm gerade bei umfangreichen Services recht komplex werden. Die folgenden Schritte helfen dir beim Aufbau einer Service-Blueprint-Vorlage:
    1. Kundenszenario definieren. Da der Blueprint auf die Kundschaft ausgerichtet ist, musst du zunächst ein konkretes Szenario auswählen, das du untersuchen möchtest – etwa einen neuen oder einen bestehenden Prozess. Es kann hilfreich sein, echte Kundinnen und Kunden einzubeziehen, damit Szenario und Erfahrungen möglichst realistisch abgebildet werden.
    2. Kundenerlebnisse skizzieren. Lege anschließend chronologisch fest, welche Schritte die Kundschaft in diesem Szenario durchläuft.
    3. Weitere Kategorien ergänzen. Nachdem die gesamte Serviceerfahrung aus Kundensicht steht, ergänzt du die übrigen Kategorien: Support-Prozesse, Backstage- und Frontstage-Aktionen, Zeiten, physische Beweise usw.
    4. Ebenen und Verantwortlichkeiten abgrenzen. Verwende unterschiedliche Trennlinien, um die einzelnen Kategorien klar zu markieren und zu zeigen, wie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure über den gesamten Serviceprozess hinweg zusammenwirken:
      • Mit der Linie der Interaktion markierst du, wo Kundschaft mit Mitarbeitenden bzw. Service in Kontakt tritt.
      • Die Sichtbarkeitslinie zeigt an, ab welcher Stelle interne Abläufe für Kundinnen und Kunden unsichtbar werden.
      • Mit der Linie der internen Aktion machst du deutlich, wo Mitarbeitende oder Partner ohne direkten Kundenkontakt unterstützend eingreifen.
    5. Funktionsübergreifende Beziehungen hervorheben. Wenn alle Kategorien gefüllt sind, kannst du mit Pfeilen weitere Details hinzufügen. Sie zeigen Abhängigkeiten und Beziehungen über die verschiedenen Ebenen hinweg.

    Service-Blueprint-Beispiele

    Egal, ob du bereits deinen eigenen Service-Blueprint erstellen möchtest oder dir zunächst weitere Beispiele ansehen willst – die folgenden Diagramme zeigen typische Einsatzszenarien:

    Service-Blueprint für Restaurants

    Du weißt sicher, wie wichtig Servicequalität in Restaurants ist – sie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Gastronomie. Das Beispiel für einen Restaurant-Service-Blueprint zeigt, wie komplex und zugleich detailreich die Abläufe sein können, denn Betreiberinnen und Betreiber müssen unterschiedliche Prozesse für den Verzehr vor Ort und für Take-away abbilden. Der Service-Blueprint spielt hier eine zentrale Rolle, weil er das Verhalten der Gäste beim Restaurantbesuch sichtbar macht.
    Mit Hilfe des Service-Blueprints können Restaurants genau dort ansetzen, wo Gäste Unzufriedenheit mit Service oder Speisen erleben. Der Vorteil eines detaillierten Plans: Du erkennst schnell, auf welche Bereiche du deine Optimierungsstrategie fokussieren solltest.

    Service-Blueprint für Hotels

    Hotels sind Dienstleistungsunternehmen, die ihren Gästen Erholung und Komfort bieten. Die Hotellerie wächst weltweit stark – getragen von wirtschaftlichem Wachstum und einem höheren Lebensstandard – und macht mehr als 80 % der weltweiten Tourismuserlöse aus. Mit dem Wachstum nimmt auch der Wettbewerb zu, daher müssen Hotels ihre Services ständig optimieren. Genau wie in Restaurants sollte auch das Verhalten der Hotelgäste von jeder Hotelleitung sorgfältig analysiert werden.
    Das folgende Beispiel für einen Hotel-Service-Blueprint ist eine vereinfachte Darstellung, in der Farben die einzelnen Kategorien kennzeichnen. Statt langer Sätze kommen kurze Stichworte zum Einsatz, was das Diagramm besonders leicht lesbar macht. In der Praxis können solche Pläne jedoch deutlich umfangreicher sein – je nachdem, wie detailliert ein Unternehmen seine Abläufe abbilden möchte.
    Service-Blueprint für Hotels

    Service-Blueprint für Banken

    Im Bankwesen erfolgt der Kontakt zwischen Kundschaft und Institut häufig über nicht physische Kanäle wie Online-Banking oder Telefon. Angesichts dieses veränderten Verhaltens benötigen Banken Service-Blueprint-Vorlagen, um Maßnahmenpläne zu entwickeln, mit denen sie ihre Kundinnen und Kunden auch in den neuen Transaktionswegen optimal begleiten. Es geht längst nicht mehr nur darum, Filialbesuche zum Bezahlen von Rechnungen oder zum Ein- und Auszahlen von Geld zu verwalten. Technologische Innovationen ermöglichen schnelle Bankgeschäfte, ohne überhaupt eine Filiale zu betreten.
    Wie im Hotelbeispiel nutzt auch dieses Diagramm Kästchen, Zeilen und Spalten, um die einzelnen Schritte im Blueprint zu strukturieren. Es handelt sich um eine detaillierte Darstellung, in der Nutzerinnen und Nutzer die Matrix auf einen Blick erfassen können.

    Service-Blueprint für Krankenhäuser

    Krankenhäuser können für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und Besuchende sehr belastend sein. Genau deshalb sollte die emotionale Situation aller Beteiligten in einem Service-Blueprint berücksichtigt werden. Menschen, die ein Krankenhaus aufsuchen, sind oft verunsichert – die Abläufe sollten daher so gestaltet sein, dass sie Orientierung, Entlastung und Klarheit bieten.

    Tipps für Service-Blueprints

    So komplex ein Service-Blueprint auch sein mag, er hilft dir, Unterschiede zwischen dem aktuellen Zustand und früheren Situationen klar zu erkennen. Der Plan macht sichtbar, welche Prozesse und Maßnahmen nötig sind, wenn Unternehmen ihre Services schnell an neue Formen der Kundeninteraktion anpassen müssen. Beim Erstellen eines Blueprints solltest du unterschiedliche Szenarien durchspielen, um nicht nur eine einzige Idealvorstellung abzubilden.
    Ein weiterer wichtiger Punkt: Ein Service-Blueprint sollte immer gemeinsam erarbeitet werden. Teams sollten kontinuierlich zusammenarbeiten, Ideen einbringen und jede Kategorie des Diagramms diskutieren. Unternehmen können zunächst in den einzelnen Abteilungen brainstormen und die Ergebnisse anschließend von Vertretungen der Teams zusammentragen lassen. Natürlich kann es während dieses Prozesses zu Diskussionen und kritischen Nachfragen kommen – wichtig ist, dass der Austausch konstruktiv bleibt.
    Schließlich spielt auch die richtige Kollaborationslösung eine Rolle: Wenn ein gemeinsames Treffen vor Ort nicht möglich ist, kannst du auf Online-Software mit Kollaborationsfunktionen zurückgreifen. Viele Tools bieten inzwischen fertige Vorlagen für Service-Blueprints und erlauben es, dass mehrere Personen gleichzeitig am Diagramm arbeiten. Teammitglieder können den Plan und seinen Fortschritt unabhängig vom Standort einsehen und – mit den passenden Rechten – selbst Änderungen vornehmen. Das macht Zusammenarbeit deutlich einfacher und effizienter.